Neuland Internet – Richter verstehen das Internet nicht

Neuland – für viele Menschen in der Bundesrepublik Deutschland ist das Internet Neuland. Man hört es von Politikern wie Frau Merkel ständig.

Während die Bevölkerung sich bereits seit Jahren mit dieser Welt auseinandersetzen, Webseiten erstellen, Apps konstruieren oder Hilfe holen via Tutorials, haben auch Firmen das Internet für sich erkannt. Auf Plattformen wie YouTube, Instagram oder Facebook stellen Firmen sich vor, preisen ihre Produkte an und geben teilweise sogar Support darüber. Seit Jahren ist hier das Hauptwort!

Es gibt leider immer noch Leute in Deutschland, die das Internet nicht verstehen und dieses als Neuland bezeichnen. Leider gehören die Leute meist zu unserer politischen Führungsgesellschaft, die unser Land repräsentieren und den Fortschritt voranbringen sollen. Wenn zum Neuland nun noch die Gesetzeslage hinzukommt, setzen Richter gleich noch einen drauf …

// Was ist passiert???

Vreni Frost, eine Bloggerin, eine Instagrammerin wurde vom Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) abgemahnt. Sie klagt dagegen und das Gericht das Neuland betritt und die Gesetzteslage selbst nicht kennt, spricht ein fatales Urteil.

Die Richter haben entschieden, hast du eine Followerschaft (Menschen die dir in den Social Medien folgen), musst du jeden deiner Posts als Werbung deklarieren. Völlig egal ob es Werbung ist oder nicht!

// Werbung – [Werbung] – Sponsoring – Anzeige im Neuland

Nun sieht man überall diese Wörter, Youtube, Facebook, Instagram, Webseiten, Twitter. Alles ist nun als Werbung oder mit Werbung gekennzeichnet. Der Verbraucher weiß nun, das jeder Blogartikel, jeder Post in Social Medien Werbung ist. Überall dort, wo Markennamen genannt oder zusehen ist erscheint das Wort Werbung. Die ganzen YouTuber haben es schon gesagt: „Warum der Channel nun mit Werbung deklariert wird“ – auf Instagram sieht man am Anfang eines jeden Posts mittlerweile [Werbung]. Das Wort erlebt gerade einen Hype.

Ist aber wirklich alles davon Werbung?

Nein, denn hierzu gibt es klare Richtlinien und Gesetze, die unter anderem im Medienanstaltenvertrag festgeschrieben wurden. So heißt es zum Bespiel:

Du kaufst das Produkt! Du kaufst die Produkte, die Du in Deinem Video oder Artikel präsentierst, selbst ein, entscheidest also alleine, welche Produkte Du kaufst und zeigst und wie Du sie bewertest.

Eine Kennzeichnung ist hier nicht notwendig. Aber Vorsicht: Es genügt nicht, einfach nur zu behaupten, dass Du die Produkte selbst bezahlt hast. Es kann nachgefragt werden!

Darauf hat sich auch Vreni Frost gestützt und sogar Quittungen dem Gericht vorgelegt, dass die Produkte selbst gekauft und bezahlt wurden. Ebenso konnte sie dem Gericht glaubhaft machen, dass sie mit ihrem Posts redaktionell handele und lediglich zur Information den Link zur Herstellerseite getagged und mit einem Hashtag versehen hat. Man sollte meinen, dass Vreni Frost hier alles richtig gemacht hat und es keine Kennzeichnung zur Werbung benötigt. Doch das Gericht sieht das anscheinend anders …

Quelle:
Die Medienanstalten Webseite
Die Medienanstalten Kennzeichnung Werbung

// Für Richter ist das alles Neuland

Die Richter haben entschieden, das es sich hierbei um Werbung handelt und Vreni Frost eine Kennzeichnungspflicht zur Werbung verordnet haben.

Die Begründung des Gerichtes;

Nach der Ansicht des Landgerichts Berlin ergibt sich eine geschäftliche Handlung aber bereits daraus, dass sie über mehr als 50.000 Follower verfüge und sie daher eine besondere Aufmerksamkeit errege, wodurch sich Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen anbahnen können, welche Vreni Frost dann hierfür vergüten.

Hätte Hätte Fahrradkette … Wer also eine gewisse Followerschaft hat, muss künftig alle seine Posts und Artikel im Neuland als Werbung kennzeichnen, egal ob diese nun Werbung ist oder nicht. Verunsicherung macht sich breit und das nicht nur bei sogenannten Influencer!

// Welche Auswirkung hat das Urteil auf das Internet?

Wo bitteschön ist da die Transparents und vor allem Glaubwürdigkeit? Woher weiß der User / Follower nun, ob der Artikel die eigene Meinung und Erfahrung wiederspiegelt, wenn im ersten Satz schon [Werbung] steht? – muss man doch davon ausgehen, dass alles was gesagt oder geschrieben wird von den Herstellern vorgegeben wurde und keine eigene Meinung darlegt.

Das ist die Konsequenz für jeden Blogger, Instagrammer, Youtuber … Wer Follower hat sollte rechtzeitig damit anfangen seine Posts oder Artikel als Werbung zu kennzeichnen. Lieber kennzeichnen bevor man eine Geldstrafe zahlen muss, das ist das Zeichen eines Gerichtes, was sich mit dem Neuland Internet so gar nicht auskennt. Und das in einer Zeit, wo man eigentlich meinen sollte, das wir Deutsche fortschrittlich sind. Gerichte die das Internet nicht kennen, Politiker, die Dieselfahrverbote in Städten durchsetzen zum Wohle der Gesundheit der Menschen, aber zeitgleich den Hambacher Forst roden lassen für die Braunkohle – und Verbände Sozialer Wettbewerbe die mit Anwälten einen riesen Geschäftszweig für sich entdeckt haben.

Die Meinungsfreiheit wird mit Füßen getreten, wir werden gezwungen alles als Werbung zu deklarieren obwohl es keinerlei Werbung im Sinne des Gesetzes ist. Das alles führt einfach nur dazu, dass das Wort Werbung auf dauer „abflacht“ und keinerlei Bedeutung mehr haben wird. Man nimmt es nicht mehr wahr und wird zum Schluss nur dazuführen, Lügen als die Wahrheit zu sehen!

Dankeschön dafür, liebe deutsche Rechtssprechung, die das Internet nicht verstehen …

// Im Neuland richtig kennzeichnen

Hierzu schreiben die Medienanstalten folgendes;

Du kannst auf verschiedene Arten kennzeichnen. Mit den Kennzeichnungen WERBUNG oder ANZEIGE bist Du auf der sicheren Seite – so viel ist sicher. Verstecken solltest Du Deine Hinweise aber nicht. Also: #werbung oder #anzeige gehören vorne in Deinen Post, nicht irgendwo nach hinten und schon gar nicht versteckt in einen anderen Link. Kennzeichnungen wie #ad, #sponsored by, #powered by können wir euch derzeit nicht empfehlen.

Ich persönlich habe mich zur Kennzeichnung zusätzlich noch für den Hashtag #unbezahlt entschieden, so wie Vreni Frost. Einfach um ein Signal zu senden, das alles im Wiederspruch zueinander steht und es nicht mehr den Grundsatz des Gesetzes wiederspiegelt „Wahrheit und Klarheit“ – ganz das Gegenteil wurde erreicht.

Vreni Frost wird in die nächste Instanz gehen, sie will weiter für Transparents und Glaubwürdigkeit kämpfen. Man kann ihr nur die Daumen drücken, dass sie sich für alle Internetnutzer einsetzt und dabei auf Personen trifft, die das Internet auch verstehen und vor allem überhaupt kennen.

Für uns alle heißt das nun aus Sicherheitsgründen, deklariere deine Posts und Artikel lieber als Werbung und sei auf der sicheren Seite. Das nehme ich zum Anlass nun auf meiner Webseite sowie auf Instagram darauf aufmerksam zu machen …

Danke für das lesen meines Artikels sowie das besuchen meiner Webseite.
Bis dahin alles Gute, dein

#deGrasi

// [Werbung]

Dieser Blogartikel kann Markennennungen beinhalten, Affiliate-Links, meist von Amazon und beschreibt konkrete Produkte. Wenn nicht anders gekennzeichnet habe ich mir diese Produkte selbst gekauft und selbst bezahlt. Sie spiegeln meine eigene Meinung wieder ohne jegliche Einflussnahme der jeweiligen Hersteller. Leider muss jeglicher Posts oder Blogartikel indem Markennennungen enthalten sind, als Werbung gekennzeichnet werden!

2 Comments

  1. Chris 07/10/2018 at 10:54 - Reply

    Hi.
    Ein SEHR kompliziertes und kontroverses Thema!

    Bin teilweise Deiner Ansicht, sehe aber auch die andere Seite und kann das Gericht in seiner Argumentation bedingt verstehen!

    Manchmal ist wirklich nicht mehr nachvollziehbar, wann ein „Influencer“ seine Meinungsfreiheit nutzt und wann er/sie tatsächlich Werbung zu ihrem/seinen Vorteil betreibt!

    Als gelernter Medienkaufmann kann ich Dir auch sagen, dass manch ein nun Werbungsverpflichteter, schlicht und einfach bestehende Gesetze u Vorschriften einfach ignoriert und sich später wundert, dass genau dies Verhalten Ärger bringt. Dann heisst es, und sorry, ich übernehme mal eben den Begriff, „Die verstehen das Internet doch gar nicht, für die ist alles noch Neuland!“.

    Wer ein Gewerbe betreibt, und das gilt in Deutschland für JEDEN Selbstständigen, muss sich informieren und an Regeln halten. J a, verdammte Hacke, das macht uns Selbstständigen das Leben extrem schwer, aber es gehört eben dazu, solange die Regierung solche Vorschriften/Gesetze nicht „entschlackt“!

    Finally bleibt der Gang in die nächste/höhere Instanz und…warten wir doch einfach mal ab. Ich gehe davon aus, dass dann „weiser“ entschieden wird, denn ich glaube, gerade was die höchsten Gerichte angeht, dass da Richter mit Weitsicht und Sachverstand sitzen. Soweit ich weiss,ist damit ein Urteil der Vorinstanz noch nicht rechtsgültig.

    Trotzdem kennzeichne ich bis dahin auch meine Publikationen mit „Werbung“, auch wenn ich keine Fuffzichtausend Follower habe. Könnte ja noch werden und genau DA stecke ich meine Energie rein 😉

    Warten wir’s ab!

    • deGrasi 08/10/2018 at 8:05 - Reply

      Ja das wird auf jeden Fall noch ein spannendes Thema werden, bleiben und sein.

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