Gegenlicht und eine entscheidende Frage?!?

Die Gegenlicht Aufnahmen gehören zu den anspruchsvollsten Aufnahmen in der Fotografie, weil man sich immer zwingend entscheiden muss. Hier gibt es kein – ach, es wird schon. Nein hier musst du eine Entscheidung für dich und deine Bildidee treffen – Punkt.

Die entscheidende Frage wird, sein, was möchtest du für ein Bild kreieren, wie soll dein Bild aussehen, welchen Look soll dein Bild bekommen?

// Gegenlicht in der Landschaftsfotografie

Im Gegensatz zur Portraitfotografie – darauf kommen wir gleich noch – ist das Gegenlicht in der Landschaftsfotografie noch sehr kontrollierbar und vielfältig einsetzbar. Zum Beispiel kann man mit dem Gegenlicht harte aber wunderbare Kontraste erzielen, auch Formen können im Gegenlicht richtig freigestellt werden. Aber auch die Stimmung der Farben am Abend kann gezielt mit dem Gegenlicht nochmals unterstrichen und herausgearbeitet werden.

Hier ist die Wahl der „richtigen“ (deiner richtigen) Belichtungsmessmethode entscheidend. In der Regel verfügt eine Kamera zwischen 3 verschiedenen Messmethoden (Multi/Matrix // Selektiv/Mitte // Spot).

Die Multi Messmethode wird anhand des ganzen Bildausschnittes das Licht messen, hierbei wird höchstwahrscheinlich ein starker Kontrast zwischen deinem Hauptmotiv und dem Hintergrund entstehen. Warum das so sein wird, weil dein Hauptmotiv wahrscheinlich mittig (zu 1/3) ausgerichtet ist und die restlichen 2/3 pure Helligkeit sein werden. Somit nimmt deine Kamera 2/3 Helligkeit zu 1/3 neutral. Diese Messmethode ist interessant um Kontraste und Formen freizustellen und zu zeigen. Dein Hauptmotiv ist schwarz und der Hintergrund ist hell.

Wobei die Spot Messmethode nur den mittleren Bereich (Spotmessung) misst. Diese Funktion ist sinnvoll, wenn sich dein Hauptmotiv im Gegenlicht befindet. Dadurch wird dein Hauptmotiv „richtig“ belichtet und der Hintergrund außen vorgelassen mit der Messung. Das kann ebenfalls interessante Looks erzeugen.

Diese Frage wirst du die am Anfang des Fotos definitiv stellen und auch entscheiden müssen.

Ein großer Vorteil in der Landschaftsfotografie ist, das die Landschaft sich nicht von der Stelle bewegt. Hierzu kannst du weitere Hilfsmittel einsetzen, um eine gleichmäßige Belichtung zu schaffen zwischen deinem Hauptmotiv und dem Hintergrund. Hierfür helfen die sogenannte Verlauffilter, ob weiche Verläufe oder umgekehrte Verläufe liegt ganz an deiner Landschaft. Hiermit schaffst du es, den Hintergrund (Himmel) entsprechend anzudunkeln ohne dabei dein Hauptmotiv anzupacken. Das kann in den Abendstunden bei einem Sonnenuntergang eine coole Stimmung verleihen. Wichtig wird hierbei sein, das du mit einem Stativ arbeiten musst, weil du höchstwahrscheinlich längere Verschlusszeiten erhältst.

// Verwendete Ausrüstung

# SonyAlpha 7R II (ILCE-7RM2)
# Sony FE 35 mm F2.8 ZA (SEL35F28Z)
# Lowepro Photo Sport 200 AW
# Sandisk Extreme Pro UHS-I

// Gegenlicht in einem Feld

Sony ILCE-7RM2 // FE 35mm F2.8 ZA // 35 mm // 1/250 Sek. // f16 // ISO 100

// Gegenlicht Unterschiede der Messmethode

Messmethode „Multi“ um Kontraste zum Hauptmotiv zu erschaffen

Messmethode „Spot“ um das Hauptmotiv ausgeglichen zu belichten – somit erhalten alle Bildteile leichte Belichtungen

// Gegenlicht in der Portraitfotografie

In der Portraitfotografie ist es schon schwieriger mit dem Gegenlicht zu arbeiten. Hier bin ich ständig in Bewegung und das Model ebenfalls. Wir wechseln den Winkel, wir verändern die Posen und entsprechend verändert sich ständig das Licht was in meine Kamera fällt. Was kann man hier tun und welche Hilfsmittel gibt es?

Für mich stellt sich diese Frage nicht mehr, weil für mich klar ist, das ich die Lichtstimmung, also das Gegenlicht bewusst in Kauf nehmen und das auch genauso haben möchte. Ich möchte aufzeigen welche Farben die Abendsonne im Hintergrund macht, welche tolle Stimmung vor Ort herrschte. Das mein Model dabei zu dunkel abgelichtet wird, das muss ich dabei natürlich wissen.

Hier hilft es mir mit einem Blitz oder Reflektor gegenzusteuern. einen Reflektor nutze ich hauptsächlich, wenn ich einen Assistenten oder eine weitere Person mit am Set habe. Am einfachsten – für mich – ist es jedoch mit einem Blitz mein Model, das Hauptmotiv aufzuhellen. Ich stelle meine Kamera auf Multi Messung ein und suche mir die Einstellungen bis mir der Hintergrund (Himmel, Wasser, etc.) gefallen. Dann schaue ich auf das Model und entscheide wie stark der Blitz seine Leistung abgeben muss um mit das Model wieder aufzuhellen. Das bedarf einige Versuche aber letztendlich ist es für mich die beste Lösung mit dem Gegenlicht umzugehen.

Auch hier musst du – genau wie ich – über, üben und nochmals üben.

// Gegenlicht in der Portraitfotografie

Aufgehellt mit einem Godox AD200 – die Leistung reichte um gegen die Abendsonne zu fotografieren

Der Godox AD200 Pocket Flash auf einem Lampenstativ bietet mir eine mobile Blitzmöglichkeit

Ich hoffe der Artikel hat dich inspiriert nun auch mal mit dem Gegenlicht zu arbeiten, vielleicht wagst du deine Portraitfotografie nun auch mal im Gegenlicht mit einem Blitz oder Reflektor.

Wenn du noch Fragen hast, unter den Kommentaren helfe ich gerne oder du schreibst mir eine eMail zu diesem Thema …

Danke für das lesen meines Artikels sowie das besuchen meiner Webseite.
Bis dahin alles Gute, dein

#deGrasi

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