Was für eine Eilmeldung. Am Rheinufer kurz vor dem Binnenhafen ist am Freitag in Duisburg ein Pottwal gestrandet. So hieß es am Wochenende in den Medien und natürlich wollte ich mir das nicht entgehen lassen.

Schauplatz Rhein / Eilmeldung in Duisburg

Ein etwa 18 Meter langer Pottwal liegt am Rheinufer und wird von „Biologen“ und „Wissenschaftlern“ untersucht. Viele Schaulustige werden genau wie die Polizei von den „Arbeitern“ abgehalten zu nah an den Pottwal zu gelangen. Die Rheinschiffer schauen verdutzt und schwelgen in Erinnerung an die 60er Jahre.

Eilmeldung – Pottwal in Duisburg gestrandet / #deGrasi

Eilmeldung – Pottwal in Duisburg gestrandet / #deGrasi

Alle Fragen sich, wie kann das sein? Wie kommt der Pottwal nach Duisburg?

Dirk Claessen“ spricht von Verschmutzung der Weltmeere und die darauffolgende Bedrohung der Wale. Alles ist die Realität und keine Zukunftsmusik mehr – aber das war es von Anfang an nicht.

Eilmeldung ist Kunst

Bei dieser Eilmeldung am Wochenende handelte es sich lediglich um ein Kunstprojekt im Rahmen der 37. Akzente in Duisburg. Die 37. Akzente, die im Zeichen des 300. Hafengeburtstag stehen zeigen auf, was schon lange Realität ist. Die Umweltverschmutzung treibt Wale und Tiere allgemein zu drastischen Veränderungen, darauf möchten die Künstler aufmerksam machen.

Eilmeldung – Pottwal in Duisburg gestrandet / #deGrasi

Eilmeldung – Pottwal in Duisburg gestrandet / #deGrasi

Pottwal nur eine Attrappe

Im Rahmen der 37. Duisburger Akzente nach einer Idee der Performance-Gruppe Captain Boomer aus Belgien findet eine Kunstaktion statt: Eine etwa 18 Meter lange Pottwal-Skulptur, die von dem Bildhauermeister Dirk Claessen konstruiert wurde, ist am Rheinufer gestrandet und wird im Rahmen der Aktion von „Biologen und Wissenschaftlern“ untersucht. Viele Schaulustige, die an einen echten Wal denken, kommen vorbei und sind von der realistischen Aktion überrascht.

Die Künstler wollen damit auf die Verschmutzung der Weltmeere und die Bedrohung der Wale aufmerksam machen. Bis Sonntag wird die Attrappe noch zu sehen sein.

Quelle: derwesten / Stephan Eickershoff

Eilmeldung – Pottwal in Duisburg gestrandet / #deGrasi

Eilmeldung – Pottwal in Duisburg gestrandet / #deGrasi

Was erlebt man nicht alles an Rhein und Ruhr

2016 ist es ein gestrandeter Pottwal der eine Eilmeldung auslöste. Realistisch mit vielen Akteuren, die dafür sorgten, dass selbst die Polizei nur Statist war.

2008 traute man seinen Augen kaum, als eine russische Raumfähre „Buran 002“ über den Rhein fuhr anstatt im Weltall die Erde zu umkreisen. Auch hier war der Rhein bei Duisburg der Schauplatz einer Eilmeldung mit über 100.000 Zuschauern.

Doch viele Rheinschiffer schwelgten tiefer in Erinnerung. Im Jahre 1966 schwamm ein Weißwal / Belugawal putzmunter den Rhein bei Duisburg entlang. Viele Rheinschiffer verbreiteten damals die Eilmeldung über einen Wal im Rhein bei Duisburg.

Eilmeldung 1966 / Moby Dick im Rhein / Historie

Moby Dick (Rhein)

Moby Dick war ein Beluga- oder Weißwal, der 1966 entlang des Niederrheines und danach in ganz Deutschland und den Niederlanden viel Aufsehen erregte. Er wurde benannt nach dem Roman Moby Dick von Herman Melville.

Am 18. Mai 1966 meldeten einige Rheinschiffer bei Duisburg der Wasserschutzpolizei einen weißen Wal im Rhein. Diese reagierte – und machte bei den Schiffern zunächst einen Test auf Blutalkohol. Dieser aber verlief negativ – es schwamm wirklich ein weißer Wal im Rhein, 300 Kilometer entfernt vom Meer, und tausende Kilometer entfernt vom üblichen Lebensraum der Belugawale, den arktischen Gewässern.

Es stellte sich heraus, dass der Wal ursprünglich in einen englischen Zoo gebracht werden sollte. Das Transportschiff kenterte jedoch beinahe bei einem Orkan, sodass der Wal kurz vor Erreichen der englischen Küste in die Nordsee gespült wurde. Von dort aus gelangte er über den Hafen von Rotterdam in den Rhein.

Wolfgang Gewalt, der Direktor des Duisburger Zoos, versuchte des ungewöhnlichen Gastes im Rhein mit Netzen und Betäubungspfeilen Herr zu werden. Aktivisten versuchten die Jagd zu stören, indem sie von einem Luftschiff aus Orangen in den Rhein warfen. Massive Proteste der Bevölkerung und offizielle Proteste aus den Niederlanden führten schließlich dazu, dass die Einfangversuche eingestellt werden mussten.[1]

Zunächst wendete sich der schnell „Moby Dick“ genannte Wal wieder meerwärts, stoppte jedoch vor der eigens für ihn geöffneten Schleuse Kornwerderzand zum Meer und schwamm wieder rheinaufwärts. Begleitet von zahlreichen Schaulustigen schwamm er bis Bonn, wo sein Auftauchen eine Bundespressekonferenz sprengte. Erst kurz vorm Rolandseck drehte er wieder um[2] und wurde bereits drei Tage später, am 16. Juni um 18:42 Uhr, zum letzten Mal beim Erreichen des offenen Meeres bei Hoek van Holland gesehen.

Vielfach wird kolportiert, dass das Erscheinen von Moby Dick im Rhein der eigentliche Beginn der Umweltbewegung in Deutschland gewesen sei. Tatsächlich wurden etwa ab 1966 die ersten wirksamen Umweltschutzgesetze in Deutschland verabschiedet; der Rhein beispielsweise, durch den „Moby Dick“ schwamm, wurde damals durchaus begründet als „Kloake“ bezeichnet; Abwässer von Städten und Chemieanlagen wurden größtenteils ungefiltert in ihn eingeleitet.

In Bonn wurde 1976 das Rheinschiff Moby Dick nach dem Wal benannt.

Quelle: wikipedia

Mein persönliches Fazit

Eilmeldungen kennt man aus der ganzen Welt, doch wenn es eine Eilmeldung direkt vor der Haustüre gibt, schaut man genauer nach. An Rhein und Ruhr in der Metropole Ruhr gibt es regelmäßig solche Eilmeldungen und machen den Sonntag zur Expedition. Kunst spannend und hautnah, Geschichte die begeistert und man sich sehen kann – das wünscht man sich. Dazu noch ein knackiger Sonnenschein an einem freien Tag.

Auch wenn dieses Projekt einen sehr ernsten Hintergrund hat und wie die Geschichte auch zeigt, kann daraus etwas entstehen oder etwas bewegen. Somit hoffen wir, dass es einige Menschen ernst nehmen und mit einem kleinen aber guten Schritt in die richtige Richtung gehen und endlich Taten sprechen lassen. Das Wort zum Sonntag …

#deGrasi

Euer Feedback ist gefragt – seit aktiv und gebt Input!

Wer war ebenfalls bei der Kunstaktion und hat sich die Eilmeldung aus direkter Umgebung angeschaut? War eventuell jemand von Euch am Abend da und konnte Bilder mit der Beleuchtung machen? Dann schreibt es in die Kommentare.

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