Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO

Die Datenschutzgrundverordnung, auch DSGVO genannt, tritt am 25. Mai 2018 europaweit in Kraft. Ein Aufschrei geht bei den Fotografen umher, welchen ich persönlich nicht nachvollziehen kann.

Europa hat sich zusammengesetzt und ein Gesetz herausgebracht, was unseren Datenschutz verbessern soll und bestimmt auch wird. Dennoch ist meine persönliche Meinung, dass die großen Politiker hier ein wenig über das Ziel hinausgeschossen sind und das wesentlichste dabei vergessen haben. Nämlich uns kleinen und einfachen Leute, wie zum Beispiel Hobbyfotografen oder Freizeitknipser. Hier hätte man denen eine bessere und klarere Absicherung mitgeben können. Leider ist der Gesetzesentwurf doch wieder nur schwammig geworden.

Ja es ist viel „Blabla“ und der europäische Gesetzestext ist schwer zu lesen, aber mich interessieren eh nur zwei Punkte aus der DSGVO!

In einem Beitrag des WDR wurde alles kompakt und verständlich zusammengefasst. Den gesamten Artikel Fragen und Antworten zur DSGVO

#1 // Webseitenbetreiber, was muss man bei der DSGVO beachten?

Ob privater Blog oder Unternehmenswebsite: Betreiber einer Homepage müssen aufgrund der DSGVO einige Punkte beachten. Unter anderem sind das:

Technikgestaltung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen:
Webseiten müssen technisch so organisiert sein, dass sie so wenige Daten wie möglich erheben und speichern (Art. 25). Mit „Daten“ sind dabei auch schon die IP-Adressen der Nutzer gemeint, die die Seite aufgerufen haben. Als Nachweis darüber können genehmigte Zertifizierungsverfahren dienen (Art. 42).

Grundsatz der Transparenz:
Informationen über die Datenverarbeitung müssen in verständlicher, klarer und einfacher Sprache formuliert sein (Art. 58).

Datenschutzerklärung:
Webseiten-Anbieter sind verpflichtet, eine DSGVO – konforme Datenschutzerklärung bereitzustellen. Auch ein Hinweis auf Cookies sollte nicht fehlen, sofern diese eingesetzt werden.

„Außerdem müssen Betreiber auf den Einsatz von Google Analytics und die Erfassung der persönlichen Daten hinweisen. Auf die Verwendung von Social Media Angeboten (Social Plugins) ist ebenfalls in der Datenschutzerklärung hinzuweisen“, sagt Jan Rensinghoff von der Technischen Universität Dortmund. Hier können zum Beispiel Datenschutzerklärungs-Generatoren aus dem Internet hilfreich sein.

Auch private Betreiber können haften

„Auch als privater Anbieter kann ich haften, wenn ich eine Website betreibe, die nicht ausschließlich privaten oder familiären Zwecken dient“, sagt Datenschutzexperte Rensinghoff. Sobald also auch nur teilweise kommerzielle Interessen hinter der Webseite stehen, müssen Betreiber auf die DSGVO-Vorgaben achten. Das ist schon der Fall, wenn Werbung geschaltet wird.

2# // Was passiert wenn ich Pasanten fotografiere, ist das DSGVO konform?

Auch Fotos sind personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO, denn abgelichtete Personen können in der Regel leicht identifiziert werden. Außerdem können die Fotos Auskunft darüber geben, wo sich eine Person wann aufgehalten hat. Streng genommen gilt nach der DSGVO schon das Fotografieren als Datenerhebung, für die es grundsätzlich eine Einwilligung vom Fotografierten braucht – allerdings gibt es eine Ausnahme für „persönliche oder familiäre Tätigkeiten“.

Was aber ist mit der Veröffentlichung von Fotos? Hier gilt nach wie vor das Kunsturhebergesetz. Demnach müssen Personen der Veröffentlichung eines Fotos von sich grundsätzlich einwilligen – mit ein paar Ausnahmen. Eine davon: Die Personen im Bild erscheinen nur als „Beiwerk“, zum Beispiel neben Sehenswürdigkeiten oder einer Landschaft.

Auch die DSGVO sieht Ausnahmen vor, in denen eine Einwilligung aller fotografierten Personen zur Veröffentlichung nicht zwingend notwendig ist, beispielsweise zu journalistischen oder künstlerischen Zwecken (Artikel 85).

Ob das Kunsturhebergesetz nun im Widerspruch zur DSGVO steht, wird von Juristen unterschiedlich bewertet.
Einige Juristen sind der Ansicht, dass private Fotografen nicht unter das Medienprivileg der DSGVO fallen. „Nach dieser Ansicht wäre eine Einwilligung des Abgelichteten praktisch immer erforderlich“, so Jurist und Datenschutzexperte Jan Rensinghoff von der Technischen Universität Dortmund. Laut Bundesinnenministerium jedoch sind in Bezug auf das Kunsturhebergesetz „keine Änderungen oder gar eine Aufhebung mit Blick auf die Datenschutzgrundverordnung vorgesehen“. Man wird vermutlich die Urteile abwarten müssen, die sich mit dem Thema befassen.

// Mein Fazit zur DSGVO

Was ändert sich für mich persönlich durch die Datenschutzgrundverordnung, eigentlich nicht wirklich viel. Ich kann und darf weiterhin fotografieren. Habe ich Passanten auf den Bildern, bei Sehenswürdigkeiten, achte ich weiterhin darauf sie seitlich oder „von hinten“ zu fotografieren. Damit sind Passanten nicht eindeutig zu erkennen und es bedarf weiterhin keine Einwilligung derer. Habe ich dennoch mal Gesichter mit auf dem Bild, kann ich in der Nachbearbeitung entweder die Gesichter oder den Hintergrund allgemein unscharf machen – Bokeh ist das Schlagwort. Keine eindeutige Erkennung, absolut kein Problem mit dem Datenschutz!

Events wie zum Beispiel Hochzeiten, werden wohl mit dem Brautpaar abgestimmt, die deren Gästen darauf hinweisen, dass fotografiert wird. Somit ist jedem Gast selbst überlassen auf die Hochzeit zu kommen, da die Person weiß das fotografiert wird.
Und nochmals, fotografiert man familiär und/oder ohne Kommerz, fällt man sowieso schon aus der DSGVO raus!

Was muss ich bei meiner Webseite beachten? Eine Datenschutzerklärung sowie Impressum, die DSGVO Konform ist. Die findet man dank Google viele Generatoren, die eine „Standard“ Datenschutzerklärung generieren. Ein paar kleine manuelle Anpassungen bleiben über, der Aufwand ist aber sehr gering. Auch eine sichere HTTPS Verbindung sollte auf seiner Webseite anbieten bzw. zum Standard machen.

Wenn man diese Punkte beachtet, sollte man seinen guten Willen gezeigt haben um so wenig Daten wie nur möglich zu speichern. Nun bleibt es abzuwarten, wie sich die DSGVO entwickeln wird – es werden bestimmt noch einige Änderungen geben.

Die Menschen sind immer Gleich, kommt etwas „Neues“, hat man sofort eine ablehnende Haltung. Dabei ist die DSGVO eigentlich etwas gutes, auch wenn die Politiker wahrscheinlich nicht an uns kleinen Leuten gedacht hat. Aber mal ehrlich, einen so großen Aufwand ist die konforme DSGVO Webseite auch nicht und fotografieren dürfen wir auch weiterhin. Viel heiße Luft für unsere Datensicherheit …

Wer sich etwas mehr einlesen möchte, kann dies auf der Webseite des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat unter den Artikel Datenschutz-Grundverordnung tun.

Danke für das lesen meines Artikels sowie das besuchen meiner Webseite.
Bis dahin alles Gute, dein

#deGrasi

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